TRIOlogie

Stephan. Peter. Kralle.

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Domenica Niehoff

Domenica Niehoff (* 3. August 1945 in Köln als Domenica Rita Niehoff; † 12. Februar 2009 in Hamburg) war eine deutsche Prostituierte, Bordellbetreiberin und Aktivistin. Durch ihr Engagement für die Entkriminalisierung und gesellschaftliche Anerkennung des Sexgewerbes erlangte sie ab Ende der 1980er-Jahre bundesweite Bekanntheit und entwickelte sich zu einer Prominenten im deutschen Fernsehen sowie zu einer Symbolfigur des Hamburger Kiez.

Domenica Niehoff wuchs unter schwierigen Verhältnissen auf. Nach der Trennung ihrer Eltern kam sie im Alter von vier Jahren zusammen mit ihrem jüngeren Bruder in ein katholisches Kinderheim. Später absolvierte sie eine Ausbildung zur Bekleidungsfertigerin. Im Alter von 17 Jahren lernte sie den Hamburger Bordellbesitzer Ricki Niehoff kennen, den sie 1965 heiratete. Nach dem Suizid ihres Mannes im Jahr 1972 geriet sie in finanzielle Schwierigkeiten und begann ab 1974 selbst als Prostituierte auf dem Hamburger Kiez zu arbeiten.

Niehoff etablierte sich rasch im St.-Pauli-Milieu. In den 1980er-Jahren betrieb sie eigene Räumlichkeiten in der Herbertstraße und am Spielbudenplatz. Sie spezialisierte sich unter anderem auf den Bereich der Dominanz und BDSM.

In dieser Zeit lernte sie auch Trio kennen. Klaus Voormann berichtete später, wie Niehoff ihnen die Hamburger Prostitutions-Szene zeigte. Durch diesen Kontakt kam später die Idee auf, Niehoff für die Arbeiten am Musikvideo zu Bum bum einzuladen, in dem sie letztlich die weibliche Hauptrolle spielt. Außerdem ist es ihr Dekolletee, das das Cover der Single zu Bum bum ziert. Die Worte „BUM BUM“ hat übrigens Klaus Voormann auf ihre Brüste geschrieben.

Ab Mitte der 1980er-Jahre trat Niehoff öffentlich für die Rechte von Prostituierten ein. Sie forderte die staatliche Anerkennung der Prostitution als regulären Beruf, soziale Absicherung, den Abbau gesellschaftlicher Stigmatisierung sowie bessere hygienische und rechtliche Rahmenbedingungen für Sexarbeiterinnen.

1988 war sie Mitbegründerin des Vereins Huckepack e. V., einer Initiative zur Ausstiegshilfe und psychosozialen Betreuung von Prostituierten. Zudem engagierte sie sich intensiv in der Aufklärung und Prävention im Rahmen der aufkommenden AIDS-Krise.

Aufgrund ihres selbstbewussten Auftretens, ihrer Eloquenz und ihrer extrovertierten Erscheinung wurde Niehoff zu einem beliebten Gast in deutschen Talkshows und Podiumsdiskussionen (unter anderem im Kölner Treff und bei NDR Talkshow). Sie galt in den Medien als „Deutschlands bekannteste Hure“ und nutzte diese Plattform, um das Bild der Prostitution in der Öffentlichkeit nachhaltig zu verändern.

Neben ihren Medienauftritten wirkte sie in Film- und Fernsehsituationen mit, darunter im Spielfilm Desideria: Wie der Rausch der Lust (1980) sowie in diversen Dokumentarfilmen. 1994 veröffentlichte sie ihre Autobiografie unter dem Titel Körper mit Seele. Mein Leben.

In den 1990er-Jahren zog sich Niehoff schrittweise aus dem aktiven Sexgewerbe zurück. Nach der Schließung ihrer Lokalitäten arbeitete sie unter anderem im Bereich der Gastronomie und unterstützte weiterhin soziale Projekte in Hamburg-St. Pauli.

In ihren letzten Lebensjahren litt Niehoff unter schweren gesundheitlichen Problemen, bedingt durch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sowie Diabetes. Sie verstarb am 12. Februar 2009 im Alter von 63 Jahren in einem Hamburger Krankenhaus an den Folgen eines Lungenversagens.

Domenica Niehoff wurde auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf im Bereich des Gartens der Frauen beigesetzt, einem Areal, das bedeutenden weiblichen Persönlichkeiten der Stadtgeschichte gewidmet ist.

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