Intro

Stephan steht allein auf der Bühne und richtet einige Worte ans Publikum.
German Television proudly presents: TRIO.
Ja, war des jetzt spontan, oder war das vorbereitet? Preisfrage. Wir sind im Fernsehn heute, ja. Haben allerhand aufgebaut hier die Jungs so mit Licht Sound und so. Am besten wir tun so, als wär das gar nicht da, als wär das alles ganz klein hier, und dann machen wir’s gemütlich... ne? Von wegen lockere Unterhaltung...
Wir waren vor sechs Wochen schon mal hier, und wir dachten, dann hätten uns alle gesehn, und heute ich wieder so voll. Das freut uns sehr, schönen Dank! Is’ Klasse!
Man hat mir ein paar Karten hier zugesteckt, wo Leute was uns fragen oder was sagen zu uns...
„Ihr hättet echt mit euerm Konzert früher anfangen können!“ schreibt Reni. Ja...
„Lieber Stephan, wo steht der Kölner Dom?“ Hm.
„Lieber Stephan, Peter behauptet, daß er der Erfinder des Matschbrötchens sei. Stimmt das?“ Weiß ich nicht.
„Meine Musiklehrerin hat mich so lange mit TRIO vollgepumpt bis ich euch gut fand.“ Hehe...
„Hallo Ihr! Ich find es echt nicht gut, daß eine Karte für ein Konzert neun Mark kostet, aber ich bleibe ein Fan von Euch.“ Schönen Dank Michael! Ja, mit den neun Mark, ich weiß auch nicht, ich meine wir haben da an sich gar nichts zu gesagt, wir hatten da keinen Einfluß drauf. Aber ich glaube, wir sind von allen Konzerten noch das billigste, stimmt das nicht? Ne, insofern...
„Ihr seid echt spitzenmäßig“ - „Nur daß der Eintritt neun Mark kostet, Schweinerei!“ - „Neun Mark, Wahnsinn!“ - „Ihr seid alle Scheiße!“ - „Ku Klux Klan“ - Oh Gott... Hätte die nicht jemand durchgucken können, bevor man die hier mir gibt... „Fuck off TRIO“
„Extrabreit gut, Ideal sehr gut, TRIO Spitzenklasse!“ Na, das ist doch mal was anderes! Steht hier!
„Lieber Stephan!“ Marianne... Marianne... „Ist es wahr, daß ihr eine neue Single rausgebracht habt, die da heißt Da da da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha?“ Liebe Marianne, da kann ich doch jetzt nichts zu sagen, das sieht dann aus wie Werbung, ne? Das geht nicht.
So. Apropos Werbung. Wir hatten da einen ganz heißen Artikel. Szene Hamburg. Der sieht uns nicht so sehr als Musiker, sondern als Werbefachleute:
„Das Trio vom TRIO nutzt nach Leibeskräften die Erkenntnisse der modernen Marketingforschung, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken.“ Respekt, Respekt, wußte ich gar nicht. Na, ich kenn’ den Artikel, das geht dann so weiter. Der Schluß ist sehr schön. Da nimmt er eine Zeile uns unserm Lied Ja Ja Ja. Da heißt es Wenn du denkst daß ich Angst hab, leck mich erstmal am Arsch. Und da sagt er dann: „Da kann nur geantwortet werden: Ein kleiner Arsch ist schnell geleckt!“ Haha. Ist nett, nicht? Nun frage ich euch: Ist das ein kleiner Arsch? [Stephan präsentiert seine Kehrseite dem Publikum]
Das war ein kleines Beispiel für die neue deutsche Fröhlichkeit, wo man nicht weiß, ob er der Komiker ist oder wir. Naja. Wie dem auch sei, lange genug geredet, laßt mal Musik machen! Kralle ist schon da...
[Kralle schnallt sich seine Fender um, und Peter rollt auf einem Kinderroller hinter sein Schlagzeug. Vor dem ersten Lied schütteln sie sich noch die Hände]